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    Fotos: Anne-Sophie Malessa

    Hier bin ich richtig, und das Leben ist schön

    Das mu:v-Camp im JMD-Jubiläumsjahr

    Wer Anfang August durch Weikersheim lief, wusste: Hier liegt etwas Besonderes in der Luft. Wer ein paar Schritte weiter ins Schloss ging, konnte sich noch deutlicher davon überzeugen.

    Eine Maus müsste man gewesen sein, um sich still und heimlich von der Barocken Vokalmusik in den Schlaf wiegen zu lassen, oder ein Löwe, um die eigene Bühnenpräsenz zu erarbeiten.

    Doch nicht so bei mu:v - hier darf der Löwe seiner Stimme sanfte Klänge entlocken und die Maus selbstbewusst ihr Können der Gruppe zeigen. Denn bei der jungen Initiative der JMD “mu:v - Musik verbindet!” geht es darum, weit über den Tellerrand zu sehen. Vom 31.7.-4.8. fand das diesjährige mu:v-Camp in der Musikakademie Schloss Weikersheim statt, und auch dieses Mal war das Musikangebot breit gefächert:

    In rund 20 Modulen zu Themen wie Musikarchäologie, Salonorchester, Musical und Beatboxing konnten die rund 80 Teilnehmenden musikalisch Neues ausprobieren, einander kennenlernen, sich austauschen und austoben.

    Als Eröffnungs-Konzertact in der TauberPhilharmonie brachten die BrassWoofer mit ihrem Programm “Bambule” alle zum Tanzen und in beste Stimmung für die kommenden Tage. In jedem der Kurs wurde über drei Vormittage ein eigenes musikalisches Thema erarbeitet. Nachmittags bestand darüber hinaus die Möglichkeit, in Workshops in andere Gebiete reinzuschnuppern, die ihnen vielleicht weniger vertraut waren.

    Hier zeigte sich der mu:v-Effekt am deutlichsten: “Ich hatte im mu:v-Camp eine der kreativsten und inspirierendsten Erfahrungen seit langem”, “Ein lebensveränderndes Event” und “Hatte noch nie eine so tolle Zeit, während der ich so viel lernen, Gemeinschaft und Musik erleben durfte”, waren nur einige der Rückmeldungen von Teilnehmenden.

    Ausreichend Zeit blieb auch für spontane gemeinsame Aktivitäten. Eine Teilnehmerin bot Yoga an, ein anderer hielt einen Massage-Workshop, weitere trafen sich zum Singen und Dirigieren, zu einem s Rave, zu Spaziergängen und zum Zeichnen, und natürlich zum Kickern, Tanzen und Feiern im Keller bis tief in die Nacht. Denn neben der Musik steht bei mu:v die Vielfalt völlig unterschiedlicher Menschen im Vordergrund.

    Da die Teilnehmer*innen bei der Vielzahl von Angeboten nur an einem Bruchteil teilnehmen können, gipfelt das mu:v-Camp traditionell in einem Wandelkonzert, bei dem die Kurse ihre Ergebnisse vorstellen. Das Konzert begann mit neu entstandenen Songs aus dem Kurs "Songwriting" und Beiträgen aus dem Kurs “Bühnenpräsenz”.

    Es folgten selbstgeschriebene Musik zu einem kurzen Videoausschnitt aus Tom & Jerry, Improvisation auf steinzeitlichen Instrumenten, Vokalmusik von Henry Purcell und eine Musical-Choreographie, die mit einem der Songtexte das mu:v-Feeling auf den Punkt brachte: "Genau hier bin ich richtig. Und das Leben ist schön."

    Im letzten Teil des Konzertes performte der Kurs “Salonorchester” u.a. den Schlager “Schöner Gigolo, armer Gigolo“, und die Kurse “Sounddesign” und “Improvisation” präsentierten zwei stilistisch sehr verschiedene improvisatorische Stücke.  

    So bunt wie das Angebot des mu:v-Camps ist auch das Organisationsteam und dessen Aufgaben: Kursthemen ausdenken, Teilnehmende anwerben, Technik und Logistik koordinieren, alle relevanten Informationen im Team kommunizieren und abstimmen und vieles mehr. Für das Team, alle zwischen 18 und 27 Jahre, sind diese Aufgaben willkommene Abwechslung und Bereicherung, denn nur die Wenigsten kommen primär aus der Richtung des Kulturmanagements. Neben einer Kirchenmusikerin und einem Komponisten sind im Team Studierende der Fachrichtungen Archäologie, Biomedizin, Mathematik und Rechtswissenschaften, ein       Start-Up-Unternehmer,          Lehrkräfte       und      auf die aktuellen Freiwilligen im FSJ Kultur der JMD sind mit dabei.  Sie alle haben durch ihre Zeit in der Camp-Organisation viel gelernt, neue Fertigkeiten erlangt und gehen mit einer guten Portion Selbstbewusstsein und Stolz auf das gelungene Camp in den restlichen Sommer.

    Bericht: Sebastian Zaczek, Natascha Füße, Friederike Leithold

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